Yubitsume (jap. 指詰ã‚, dt. „Fingerverkürzung") beschreibt ein Ritual in der japanischen Kultur, welches zum Zwecke der Abbitte und Wiedergutmachung gegenüber jemandem, der vom Ausführenden beleidigt wurde, vollzogen wird. Dabei handelt es sich um die feierliche Selbstamputation eines Fingers. Yubitsume findet mehr oder weniger ausschließlich in den Kreisen der Yakuza statt. Der Grund hierfür ist in der japanischen Schwertkunst zu finden, da dort der kleine Finger für den festen Griff am Schwertheft sorgt - jemand ohne ihn wäre nicht mehr in der Lage gewesen, sein Schwert ordnungsgemäß zu greifen und somit im Kampf benachteiligt und mehr auf den Schutz eines Höheren angewiesen. Um Yubitsume zu vollstrecken, wird der eigene (meistens linke) kleine Finger mit der Handflächenseite nach unten auf ein sauberes Tuch gelegt. Nun wird vom Besitzer selbst mit einem scharfen Messer, beispielsweise einem Tanto, der Finger abgehackt, wobei der Schnitt je nach Ausmaß der Beleidigung entweder bereits direkt oberhalb des Fingerknöchels gemacht wird oder nur das vorderste Fingerglied alleine amputiert wird. Anschließend wird der abgetrennte Teil in das Tuch gewickelt und mit gebührender Ehrfurcht an den Anführer (Oyabun) des Betroffenen überreicht. Bei späteren Beleidigungen und Vergehen wird das nächste Fingerglied amputiert; sollte der kleine Finger auf einer Hand bereits vollständig fehlen, würde man mit dem kleinen Finger der anderen Hand fortfahren. Manchmal wird einem ehemaligen ...
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